Wie können wir Glaubensmuster auflösen?

Oktober 2008


Ein Glaubensmuster ist eine Erfahrung oder aber eine Überzeugung, die sich durch Wiederholung immer tiefer in euch eingräbt und zum Muster oder zur Regel wird. Es zu wandeln heisst, einen neuen Betrachtungs- oder Empfindungsstandpunkt durch Übung zu erlangen. Übung deshalb, weil nur neue Erfahrung die alte ablösen kann - denn Erfahrung kann nur abgelöst , das heisst verändert, nicht aber aufgelöst oder zum Verschwinden gebracht werden.

Ein gedankliches Verbot kann zur Überzeugung werden, die emotionale Unsicherheit und sogar körperliches Unwohlsein auslöst, wenn sie nicht befolgt wird. Der Gedanke beeinflusst die Emotion und diese wiederum die körperliche Empfindung - und umgekehrt. Dies heisst auch, dass keine der Ebenen übersprungen werden kann. Ein körperlicher Schmerz kann nicht durch positive Gedanken verschwinden, er kann jedoch Heilung erhalten durch positive Gedanken, wenn diese Gedanken auch Empfindungen auslösen. Diese Empfindungen wiederum wandeln Angst in hoffnungsvolle positive Erwartung um und führen zu einer neuen Erfahrung - und durch Wiederholung zu einem neuen Gedankenmuster.

Jedes Glaubensmuster hat nebst dem hemmenden auch einen schützend Aspekt. Kulturelle Überzeugungen regeln die gesellschaftliche Zugehörigkeit. Erzieherische Regeln bilden eine Kerngemeinschaft und eigene verunsichernde Erfahrungen oder Ängste führen zu schmerzvermeidendem Verhalten. Dies bedeutet, dass mit jeder Umwandlung eines Musters auch ein Verlust oder vermeintlicher Verlust des Gewohnten, Schützenden, einhergeht.

Damit die Glaubenssätze sich wandeln können, ist es deshalb notwendig, die Ursprungsgedanken hinter den vordergründigen Überzeugungen zu erforschen, herauszufinden, was genau gehemmt und was andererseits geschützt wird durch das Glaubensmuster. Hinter einer negativ empfundenen Zögerlichkeit kann beispielsweise positive Vorsicht und Achtsamkeit stehen. Auf dieser tiefen gedanklichen Ebene kann eine bewusste Entscheidung getroffen werden (was wünscht ihr zu gewinnen und was muss gleichzeitig losgelassen werden).

Sobald gedanklich eine neue Richtung eingeschlagen wird, werden Emotionen in euch auftauchen, die am alten Glaubenssatz festhalten möchten. Der Gedanke allein kann die Gefühle nicht ändern, wohl aber mit positiven, nährenden Empfindungen getränkte und visualisierte Gedanken. Auf diese Art und Weise kann die Angst vor dem neuen Weg Schritt für Schritt überwunden werden und mit der emotionalen Freisetzung und Neugeburt der Hoffnung und Freude lösen sich die hemmenden Gefühle auch aus der körperlichen Ebene heraus.

« zurück zur Übersicht

 

Alphabeet.ch