Wie sollen wir mit pädophilen Menschen umgehen?

Februar 2009


Ihr schützt die Unschuldigen vor denjenigen, die in Gefahr sind, sich schuldig zu machen. Tut dies, jedoch nicht mit der Motivation, den Schuldigen bestraft zu sehen, sondern um des Schutzes Willen. Eine Haltung voller Hass, Rache und Angst kann niemals eine Welt des Respekts und der Liebe schaffen.

Durch eure Bewusstwerdung steigt immer mehr Seelenwissen in euch auf. Ihr wisst, dass das Wegsperren eines Täters nichts ändert oder verbessert. Ihr sehnt euch danach, eure Erkenntnisse in der Realität zu verankern, zu respektieren, zu verzeihen, zu lieben. Stellt ihr euch jedoch vor, dass euer Kind zum Opfer wird, so möchtet ihr am liebsten den Schlüssel der Zelle wegwerfen. Dieser Bruch stürzt euch in Scham und Unsicherheit. Wir verstehen dies und verurteilen euch nicht.

Ihr könnt nicht erzwingen, dass eure Emotionen den geistigen Erkenntnissen folgen. Eine geistige Haltung entsteht nicht durch den Verstand, sondern durch die Integration von Verstand und Gefühl - ein Weg der Erfahrung also. Ein Weg mit vielen Fort- und Rückschritten - ein Weg ZUR Liebe.

Überfordert euch deshalb nicht mit Ansprüchen, die euch nur Kraft nehmen. Nehmt eure zwiespältigen Gefühle zum Anlass, euch noch mehr mit eurem Innern auseinander zu setzen. Dort, wo Gefühl und Wissen zur Haltung, zur Einheit, geworden sind, reagiert im Rahmen eurer persönlichen Möglichkeit. Vielleicht ist es euch möglich, im Täter den leidend Verirrten zu sehen, den Menschen, der er auch noch ist? Vielleicht könnt ihr ihm nach der Verbüssung seiner Strafe soweit verzeihen, dass ihr ihm einen neue Anfang zugesteht? Vielleicht setzt ihr euch mit einem Menschen auseinander, der in Gefahr ist, Liebe mit Macht zu verwechseln?

Was auch immer ihr in eurer persönlichen Welt bewirkt, um das Gut-Böse-Bild durch Respekt und Liebe zu entwickeln, wird ein wichtiger Baustein sein für eine friedlichere Welt mit weniger Tätern und Opfern.

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