Ich habe vor über zehn Jahren mit harten Drogen aufgehört. Ich rauche nun aber fast jeden Abend vor dem Schlafengehen Cannabis. Was kann das für meine Seele bewirken?

März 2009


Wir möchten dir gratulieren und sind voller Liebe für dich. Vergiss niemals, was du bereits vollbracht hast. Der Schritt von den harten Drogen zur Entspannungsdroge ist mit grossen Schmerzen, Verlusten und der Suche nach einem neuen Ich-Gefühl verbunden – einer der mutigsten Schritte überhaupt also, den ihr Menschen machen könnt. Wir freuen uns für dich, dass du ihn gemacht hast und beantworten dir deine Frage sehr gerne.

Eure Seele ist unberührt und heil. Sie wird immer voller Licht und Kraft sein, gleichgültig, wie Ihr mit eurem Körper oder euren Gefühlen umgeht. Die Seele will sich in euren Inkarnationen zwar verwirklichen, aber sie entwertet diese nicht und geisselt euch auch nicht, um ihr Ziel zu erreichen.  Eure Seele ist nicht menschlich-wertend sondern göttlich-liebend.

Die Seelenaufgabe jedoch, den Kontakt zur Seele, den spürt ihr mit dem Herzen, sei es über die Sehnsucht, das Gefühl der Verbundenheit oder auch über den Herzschmerz. Wenn also eure Seele auch keinen Schaden nimmt, so ist es doch euer menschliches System, das durch die Abhängigkeit Kraft verliert und sich die Sicht zur Seele oder zu tiefen Emotionen vernebelt.

Aus unserer Sicht ist es die bewusste Suche nach Sinn, nach Liebe und Verbundenheit, die aus der Sucht herausführt. Sucht ist Suche, vor der ihr mit dem täglichen Ritual flüchtet. Das Aushalten von Gefühlen, die vielleicht verunsichern, verspannen oder innere Leere auslösen, wird mit dem Joint, der Flasche Wein der Schokolade oder der Arbeitszeit bis Mitternacht umgangen.

Wenn du magst, kannst du versuchen, hinter den Mechanismus des abendlichen Rituals zu schauen. Was nimmst du wahr beim Gedanken, heute darauf zu verzichten? Was genau fühlst du, wenn du einmal probeweise einen Abend nicht rauchst? Welche tiefen Gefühle möchtest du nicht spüren oder spürst du nur dann, wenn du dem Ritual nachgibst? Wie könntest du die Entspannung auch ohne Cannabis erleben? Schreibe deine Gedanken und Gefühle auf, so dass du sie immer wieder nachlesen kannst. Sie können so zu deiner Richtschnur in einem weiteren inneren Prozess werden.

Stelle dir dabei nicht vor, dass du nun nie wieder einen Joint rauchen darfst! Konzentriere dich nicht auf den Verlust des Rituals, sondern auf die Kraft, die in dir aufsteigt, wenn du dir vorstellst, dass du deinen Joint nicht mehr rauchen musst, sondern hin und wieder geniesst, weil du es an diesem einen Abend so willst. Wir glauben an dich und deine innere Kraft. Glaube auch du.

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