Wie sollen wir aus eurer Sicht mit unserer Angst vor und unserer Ablehnung gegenüber Ausländern umgehen, damit daraus ein Gefühl des Einsseins und des gegenseitigen Respekts entsteht?
Januar 2010
Wenn ihr in ein Land mit euch fremder Kultur in die Ferien reist, sucht ihr nicht das Bekannte, sondern erforscht neugierig das Fremde. Ihr möchtet euch inspirieren lassen vom Ungewohnten und im besten Fall respektiert und liebt ihr dieses Land hernach und kehrt immer wieder dorthin zurück. Was ihr sucht in diesen Reisen, ist eine Art Erweiterung eures Erlebens und Empfindens und damit eine Erweiterung eures Bewusstseins. Ganz ähnlich könnt ihr die Herausforderung mit Menschen aus fremden Kulturen in eurem Heimatland betrachten.
Sich Eins zu fühlen hat nichts mit Anpassung zu tun. Ganz im Gegenteil will aus vielen verschiedenen Aspekten eine Einheit entstehen, denn ihr seid zwar alle eins, aber nicht alle gleich.
Wie im fremden Land, sollt ihr im euch fremden Menschen nicht das BEKANNTE suchen oder fordern, sondern ihn und seine Lebensart voller Neugierde ERFORSCHEN. Dies lässt Respekt erwachen, denn die Grundlage des Respektierens ist die Wahrnehmung des „Fremden“ und die Bereitschaft, es voller Interesse verstehen und achten zu wollen – obwohl es „fremd“ BLEIBT. Erst diese Akzeptanz des Anderssein führt zum Verstehen und dieses führt zur Liebe und damit zum Einssein.
Eure Ängste begleiten euch in diesem Prozess. Wir haben Verständnis dafür. Alles Fremde löst vorerst Angst aus, denn das persönliche Ich fürchtet, ausgelöscht zu werden, wenn das Fremde überhand nähme. Zusätzlich leiden viele unter euch an Schamgefühlen, weil sie geistig eine offene Haltung haben, die Emotionen sich im persönlichen Lebensbereich dieser Sichtweise aber nicht beugen. Die Frage ist also, wie ihr mit dieser Angst umgehen könnt.
Der erste Schritt ist, sie überhaupt wahrzunehmen, der zweite, sie zu erkennen als das, was sie ist – nämlich Angst und nicht reale Tatsache.
Angst ist immer Angst VOR…. Wenn ihr sie also wahrnehmt, lasst ihr die Stimme, findet heraus, WOVOR ihr ganz PERSÖNLICH Angst habt.
Mit diesem dann ganz persönlichen und konkreten Angstthema könnt ihr euch beschäftigen. Sobald ihr euch bewusst werdet, WOVOR ihr euch ängstigt, könnt ihr der Angst begegnen und ihre Umschlingung bewusst durch Erfahrung und Erkenntnis steuern und auflösen. Die diffuse unbewusste Angst hingegen lässt ihre Umklammerung nicht los, denn ihre Gründe liegen im Schatten der Persönlichkeit und wachsen stetig an.