Wenn der Körper stirbt und eine Organspende vorgesehen ist, inwieweit begleitet das die Seele danach noch? Kann sie sich trotzdem komplett vom Erdendasein lösen oder inwieweit wird sie dadurch beeinflusst, dass der Körper noch weiter seinen Weg geht?
Die Seele ist nicht im Körper inkarniert, sondern mit ihm geistig-energetisch verbunden. Anders gesagt: Der Körper kann die Seele nicht beeinflussen. Im Sterbeprozess fliesst euer Bewusstsein in die Seele und diese löst die Verbindung. Was hingegen in eurem Körper gespeichert werden kann, sind eure menschlichen Gefühle.
Ihr spürt eure Emotionen körperlich, wenn sie stark sind oder ihr achtsam und aufmerksam seid. Euer Herz scheint euch weiter, wenn ihr voller Freude seid, der Bauch verkrampft sich, wenn ihr Wut verspürt. Diese Emotionen werden, wenn sie lange andauern, häufig auftreten oder sehr stark sind, in euren Körperzellen gespeichert.
Aus dieser Erkenntnis heraus ist ganz besonders in der chinesischen Medizin die Organlehre entstanden. Aber auch andere energetisch-körperlichen Methoden verorten Gefühle in Körperregionen. Schwere innere Belastungen verspannen die Schultern, andauernde Wut oder übermässige Kontrolle und Perfektion können die Leber belasten, und so weiter. Das ist alles interessant und wichtig – und doch letztlich auch ganz individuell.
Wenn nun bei der Transplantation eines Organs viele Gefühle in den Zellen gespeichert wurden, so dauert es eine Weile, bis sich diese Zellen mit denen des Empfängers verbunden haben. Es kann also sein, dass Emotionen des Spenders vom Empfänger gespürt werden. Oder auch, wenn diese Gefühle in der Welt des Empfängers nicht unbekannt sind, diese von seinem Gehirn in bildliche Erinnerungen übersetzt werden.
Die Seele jedoch war immer, ist immer und wird immer frei sein.

Kommentare
Kommentar von Marlyse |
Herzlichen Dank! Ist wieder so tröstlich! Aber Fragen: 1. Ist es wie bei vorgeburtlichen Wahrnehmungen von Gefühlen der Eltern, die in den Zellen gespeichert bleiben, oder gar von Erfahrungen aus früheren Inkarnationen, die uns in gewissen Situationen triggern können?
2. Sind gespeicherte Spender-Gefühle für Organ-Empfängerinnen ein Problem?
Antwort von Astrid Spirig
Die fötalen Verbindungen zur Mutter sind zusätzlich genetisch-seelisch miteinander verbunden und daher nicht vergleichbar. Ebenso Erfahrungen aus früheren Inkarnationen, die geistig-seelisch mit unserer Jetzt-Inkarnation verbunden sind. Eine Organspende ist jedoch eine Verbindung von zwei sich fremden Körpern. Es gibt Empfänger*innen, die so dankbar sind, dass sie die Spender*innen-Emotionen lange spüren und versuchen, sie zu behalten und zu pflegen. Dann gibt es Empfänger*innen, die Schuldgefühle oder Angst vor diesen fremden Erinnerungen haben und unter diesen Emotionen leiden können. Anders gesagt: Wie schnell sich alles integriert ist vom menschlichen (nicht seelischen!) Empfänger abhängig. Die Zellen passen sich an, aber es ist auch die Geschichte, die sich die Empfängerin erzählt, die wirkt. Frage hier gerne nach, falls ich es zu wenig verständlich erklären konnte. Herzliche Grüsse, Astrid
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