Wie können wir mit unseren Haustieren, besonders mit Hunden und Katzen, kommunizieren? Ich möchte sie besser verstehen und hören, was sie zu sagen haben.

Es gibt zwei Wege, mit eurem Haustier zu kommunizieren. Einerseits durch eine ausgebildete Tierkommunikatorin, die mit dem Bewusstsein, den Aufgaben und Bedürfnissen des Tieres Kontakt aufnehmen kann. Andererseits durch euch selbst, was allerdings wegen der emotionalen Nähe auch immer die Gefahr einer Projektion in sich trägt. Wir wollen hier auf die zweite Variante eingehen.

Wenn ihr mit euren Haustieren kommunizieren, ihre Bedürfnisse erspüren wollt, so ist es wichtig, Abstand von euren Erwartungen und Wünschen zu nehmen. Sendet ihnen aus einer Ruhe heraus gedanklich, gefühlsmäßig, in Worten und Bildern eure Liebe. Fragt nach ihren Bedürfnissen und lasst das Bild, den Gedanken, das Gefühl vorurteilsfrei bei euch ankommen. Reflektiert über das Bild, die Gedanken, Gefühle, und lasst euch Zeit. Nachdem ihr den Wunsch eures tierischen Freundes umgesetzt habt, beobachtet ihn, um zu erkennen, ob ihr alles richtig verstanden und interpretiert habt. Je öfter ihr dies übt, umso besser funktioniert der Kontakt.

Meist liegt dem Wunsch, mit Hund oder Katze zu kommunizieren allerdings ein Problem zugrunde, das ihr verstehen und aus der Welt schaffen möchtet. Der Hund bellt zu oft, die Katze zerreißt eure Vorhänge, und so weiter. Zwei Hürden habt ihr dann zu überwinden. Die erste betrifft die Bereitschaft, dass ihr das Tier nicht vermenschlicht und die zweite die Erkenntnis, dass euer Tierfreund euch oftmals spiegelt. Dazu einige wenige und sehr vereinfachte Beispiele:

Der Hund ist ein Rudeltier und ihr seid der Anführer, die Anführerin. Er fühlt sich verloren und allein gelassen, wenn ihr ihm keine Hierarchie bietet. Damit ist nicht gemeint, dass ihr ihm lieblos Befehle erteilt. Vielmehr geht es darum, dass er sich sicher fühlen kann, weil er weiß, wo sein Platz in der Befehlskette ist. Vielleicht könnte man seine Rolle im Rudel mit einem Kleinkind vergleichen. Ohne Regeln und liebevolle – aber bestimmte und klare Grenze – wird es keine Sicherheit finden.

Ein Hund braucht auch viel Bewegung, Spiel und Herausforderung. Die kleinen Hunde, die in Handtaschen herumgetragen werden oder auf Flies-Tüchern in der Wohnung ihr Geschäft erledigen müssen, leiden zutiefst. Und ist euer Hund ein Wachhund, so liegt es in seiner Natur, zu bellen, wenn sich jemand nähert. Anschreien nützt nichts, denn täte er dies nicht, ginge es wider seine Natur. Vielmehr hilft es, ihm zu zeigen, dass die Warnung angekommen ist, so dass er sich wieder entspannen kann.

Hunde reagieren auf eure Emotionen und Gedanken. Sie fühlen ganz genau, wie es euch geht und wenn ihr eure Gefühle vor euch selbst versteckt, so spiegeln sie sie euch zurück. Ihr könnt eure Wut und Angst nicht vor ihnen verstecken. Wenn euer Hund sich so verhält, dass ihr euch emotional unwohl fühlt, so fragt euch immer auch, ob er damit eure eigenen Emotionen zeigt, die es zu erkennen gilt.

Die Katze hingegen ist ein kleines Raubtier. Kein allzeitbereites Kuschelkissen, außer sie ist überzüchtet oder eine Ausnahme. Sie nimmt eure Emotionen ebenso wahr, geht jedoch anders damit um. Katzen sind Meister der Transformation von Energie. Sie begeben sich an Plätze, die mit Sorge und Ärger gefüllt sind. Sie bereiten eine bessere Atmosphäre für euch, wollen euch aber meist nicht zu nahekommen, wenn die Emotionen hochkochen. Manchmal lässt eine Katze sich auch in schweren Zeiten von euch streicheln und nimmt eure Energie auf, um sie zu umzuwandeln. Das ist ein großes Geschenk. Eure Katze will sich euch nicht unterordnen, ist kein Gemeinschaftstier, sondern sich selbst ein Führer. Sie ist frei und möchte euch Mut, Kraft und Eigenständigkeit übermitteln.  

Damit eure Katze sich entfalten und ihrer Art gerecht werden kann muss sie kratzen, jagen, kommen und gehen können, wie sie will. Manchmal schnurrt sie, dann faucht sie wieder, vollkommen authentisch nach ihrem Befinden. Sie lebt ihre Individualität, ist eigenständig und ganz sich selbst.

Was wir euch raten, ist dies:

Informiert euch als erstes, was euer Tierfreund auf seiner tierischen Ebene braucht. Keine spirituellen oder tierkommunikatorischen Bücher, sondern reine Biologie und natürliches Verhalten der Rasse ist ideal als erste Grundlage des Verstehens.

Dann erst beschäftigt euch mit der Verbindung von euch zum Tierfreund und achtet darauf, sie nicht zu vermenschlichen oder eigene Erwartungen zu projizieren.

Leidet ihr oder euer Tierfreund, so zieht eine professionelle Tierkommunikation in Erwägung. Durch eine Fachperson entfallen die persönlichen Erwartungen und Projektionen und das Tier wird auf allen Ebenen verstanden durch eine neutrale Kommunikation.

Tiere sind anders, wunderbar, wenn ihr sie das sein lässt, was sie sind. Keine Kinder, Bodyguards oder Menschenersatz, sondern Tiere mit einem Geschenk zwischen den Pfoten.

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